Alsteruferlinie nach Bramfeld

VollbildansichtVollbildansicht schließen

Beschreibung des Vorschlags

Hamburg kann es sich nicht nicht leisten, die Leistungsfähigkeit des Straßennetzes irgendwelchen Straßenbahnideologien zu opfern. Daraus folgt aber nicht, dass man nur per Schildvortrieb U-Bahnen bauen kann.

Insbesondere wenn man eine Stadtbahn nicht aus eine 100% reine Straßenbahn reduziert, erscheint mir die Stadtbahn machbar, die den Autovekehr eher durch Entlastung erleichtert, als diesen durch eine wesentliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit des Straßennetzes zu behindern.

Da die US-Botschaft umzieht, wird die Straße Alsterufer wieder frei unhd könnte für eine Stadtbahnlinie verwendet werden. Die von den dortigen Haltestellen erzielte Erschließung ist sicher suboptimal, da die Hälfte des Erschließungskreises Wasserfläche ist. Dadurch, dass einige wenige Haltestellen suboptimal erschließen, wird die Linie insgesamt nicht schlecht. Bei vielen Hamburger Schnellbahnlinien liegen die Haltestellen diesbezüglich auch nicht besser. Es ist immer zu prüfen, ob es eine theoretisch bessere Alternative auch wirklich durchsetzbar ist. Eine Alternative, die ein Vielfaches kostet (U-Bahn), wird auch dann nicht zur besseren Alternative, wenn sie eine leicht bessere Erschließung bieten würde.

Die vorgeschlagene Strecke hat leider auch den Nachteil, keine Verknüpfung mit der Verbindungsbahn zu haben. Kombiniert man diesen Streckenvorschlag mit dem Vorschlag https://liniefuenf.de/proposal/innenstadtanbindung-grindellinie-schnell-und-miv-vertraeglich/, so könnte es  an der Theaterstraße eine bahnsteiggleiche zeitlich abgestimmte Umstiegsmöglichkeit Bramfel<->Dammtor geben, so dass sich der genannte Nachteil relativiert.

Tunnel sind als Doppellinie eingezeichent. Der Tunnel  auf Höhe von Lombards- und Kennedy-Brücke ist optional für den Fall, dass man es nicht schafft, die Stadtbahn oberirdisch diese Verkehrsachsen verzögerungsarm queren zu lassen, ohne den Autoverkehr übermäßig zu beeinträchtigen. Die Tunnelrampen könnten ggf. wasserseitig angelegt werden.

Die hier vorgeschlage Strecke braucht einen kurzen in offener Bauweise zu erstellenden Alstertunnel in geringer Tiefe. Dieser könnte auch von einer Tangential- oder Halbringline mitgenutzt werden, wie zum Beispiel dieser: https://liniefuenf.de/proposal/stadtbahn-bramfeld-schenefeld-miv-vertraeglich-und-schnell/

Es ist dabei durchaus sinnvoll, zwei Linien nach Bramfeld zu führen. Eine kann dabei Barmbek-Nord und Steilshoop fein erschließen und z.B. im Zentrum von Bramfeld enden. Die Zweite kann von Barmbek mit nur wenig Zwischenhalten schnell ins Zentrum Bramfelds und weiter in die nordöstlichen Teile Bramfelds geführt werden. Bramfeld ist recht großflächig.

Wenn man die Fläche Bramfelds nicht direkt mit einer Stadtbahn erschließt ist eine Stadtbahn für Bramfeld unattrraktiv, da man mit dem Bus zur Stadtbahn fahren müsste, die wiederum einen Zubringer zur Schnellbahn darstelllt. In diesem Fall braucht Bramfeld eine U-Bahn (https://liniefuenf.de/proposal/u3-zum-bramfelder-marktplatz-verlaengern/).

Steilshoop könnte jedoch dennoch mit einer in Bramfeld endenden Stadtbahn erschlossen werden, da die Stadtbahn durch den U-Bahn-Anschluß in ihrer Vernetzung (z.B. Richtung Wandsbek) noch aufgewertet wird.

Metadaten zu diesem Vorschlag

Bewertung dieses Vorschlags

4 Benutzerbewertungen und redaktionelle Bewertung (3.2)
Durchschnittliche Benutzerbewertung:
Konzeptionelle Bewertung (3.8)
Technische Bewertung (3.3)
Finanzielle Bewertung (3)
Redaktionelle Bewertung:
Konzeptionelle Bewertung (3.5)
Technische Bewertung (3)
Finanzielle Bewertung (2.5)

Realisierungshorizont: langfristig

Melde dich an und bewerte diesen Vorschlag

Begründung der Bewertung durch die Redaktion

Dieser Vorschlag erhält grundsätzlich eine mittlere Bewertung. Zwar ist der Ansatz, eine Straßenbahn so zu bauen, dass sie den motorisierten Individualverkehr möglichst wenig behindert, aus Autoverkehrssicht interessant, aber dies geschieht hier zu Lasten der Erschließungsqualität in einigen Teilbereichen. Die Alsterquerung als Bahntunnel mit einer Straßenbahn zu realisieren ist ein spannender Ansatz und führt auch zu einer etwas besseren konzeptionellen Bewertung, allerdings wurde hier gerade im Bereich Rotherbaum/Harvestehude eine Streckenführung gewählt, die wenig Erschließungspotenzial bietet. Eine Führung auf dem Mittelweg oder (trotz Parallelverkehr zur U-Bahn) auf der Rothenbaumchaussee wäre hier zu bevorzugen, da dadurch der Nutzen der Linie in diesem Bereich deutlich erhöht würde, auch wenn es dem (teils sehr restriktiven) Grundansatz widerspricht, dem MIV in wichtigen Straßenzügen keinen Raum zu nehmen.

Bewertungsdetails anzeigenBewertungsdetails ausblenden

3 Kommentare zu “Alsteruferlinie nach Bramfeld

  1. Die im Bewertungskommentar vorgeschlagene Streckenführung über Rothenbaumchaussee oder Mittelweg habe ich aus mehreren Gründen nicht gewählt. Dies hätte durch Umweg und zusätzliche Haltestellen die Fahrzeit in die Innenstadt verlängert. Der Vorschlag ist als hochwertige Radiale konzipiert. Wenn die Fahrzeit zu den Innenstadtzielen dann länger ist, als wenn man Barmbek in die U-Bahn umsteigt, ist diese Radialenfunktion nicht mehr sinnvoll erfüllt. Dann kann man auch  gleich auf die Radiale verzichten und die Strecke z.B. so tangengential weiterführen. Wenn man den Alstertunnel baut, sollte dieser natürlich ohnehin auch von einer tangentialen Linie mitbenutzt werden.

    Weiterhin würde sich die vorgeschagene Linie die Innenstadtanbindung potentiell mit der Grindellinie teilen müssen. Wenn sich zwei wichtige Radialen die Strecke belegen, sollte man schon einen eigenen Bahnkörper haben und nicht auch noch Mischverkehr mir Bussen, Lieferverkehr und ggf. auch MIV haben. Bei einer Streckenführung über Gänsemarkt scheint mir dieser eigene Bahnkörper aber nicht vollständig machbar.

  2. Danke für den Kommentar. Es gibt ja immer zwei Seiten einer Medaille: eine gute Verbindungswirkung (längere Fahrtzeit, wenig Halte) oder eine gute Erschließungswirkung (viele Halte, kürzere Fahrtzeit). Beim Verkehrsmittel Straßenbahn sehen wir (selbst bei teilweisem U-Stadtbahn-Charakter) die Wichtigkeit, die Erschließungswirkung verstärkt in die Bewertung einzubeziehen. Kleinere „Umwege“ und dadurch Erschließung weiteren Fahrgastpotenzials können sich dabei deutlich positiv auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis auswirken. (Es müssen natürlich nicht gleich solche Slalomfahrten werden wie für die U5 geplant oder z.B. bei der in Bau befindlichen Ringlinie in Kopenhagen.)

    Wir haben außerdem im Bewertungskommentar bisher vergessen zu erwähnen, dass genau die Mitnutzung des Alstertunnels durch eine tangentiale Linie positiv mit in die Bewertung eingeflossen ist. Ohne diese hätte die konzeptionelle Ebene ein ganzes Stück schlechter abgeschnitten.

  3. An sich eine sehr gute Idee.

    Das Einzige, was mich ein wenig stört, ist, dass die Linie im Norden so ein bisschen im Nichts endet.

    Es wäre schön, wenn sie im Norden an einer Schnellbahnlinie (S- oder  U-Bahn enden könnte).

Einen Kommentar zu diesem Beitrag verfassen